


Tweepop mit 50er-Jahre-Einflüssen
Die (ursprünglich Dortmunder) Band besteht seit 2004. Fräulein Nina und das Resopal- das sind Fräulein Nina, Ralf Stemmer und Markus Bak- lassen die Erinnerungen an die 50er Jahre wieder lebendig werden und schicken außerdem selbstkomponierte, zwitschernde Popsongs ins Rennen.
Ihre Lieder besingen mal augenzwinkernd, mal ernst, allgemeine und besondere Befindlichkeiten. Klein, aber fein - zart, aber deutlich - nicht mehr wirklich, aber immer noch ein bisschen 50er.

zusammen mit Murat Kayi, gefördert vom:


Sie: Deutsche, von kleinauf wegen der südländischen Oma als Viertelitalienerin tituliert. Irgendwie schon, aber nicht wirklich, eher abtrünnig katholisch - trotzdem altbacken mit entscheidenden Abweichungen und Brüchen. Es gab Zeiten, in denen sie wirklich glaubte, man käme wegen vorehelichem Sex in die Hölle. Mittlerweile lebt sie auf St. Pauli und denkt in stillen Stunden gerne an ihr Leben auf dem pittoreksen Vorstadtdorf in Dortmund. An Persebeck und Kruckel, wo sie in ihrer Großfamilie unter unzähligen Italienerin aufgewachsen ist, von denen, außer Oma überhaupt keiner italienisch, sondern nur Ruhrpott spricht.
Er: der einzige evangelische Türke weit und breit, der hüben wie drüben über Familienfeiern berichtet, Deutsche in Asisch unterrichtet und Christen wie Moslems gleichermaßen die Leviten liest. Dabei ist er Westfale durch und durch, was so weit ging, dass er seinem ehemaligen Chef -immerhin Sauerländer- viel zu Deutsch war. Trotz allem bleibt die Nase wie sie ist, und so berichtet hier einer aus dem Grenzland zwischen zwei Kulturen, wo Westfalen und Anatolen einander erschreckend ähneln.
Und wo den beiden die Sprache für die Absurditäten des Einwandereralltags fehlt, greifen die zu ihren Instrumenten - denn natürlich, ganz Klischee - sind die Zwei unglaublich musikalisch.

Die Dortmunder Lesegruppe mit Murat Kayi, Torsten Sträter, Tobi (Katze) Rauh und Fräulein Nina. Nicht, dass die drei männlichen Stammautoren von "Guten Tacheles!" nicht schon zahllose Poetry Slams mitgemacht hätten. Ganz im Gegenteil - sie sind oft und gern auf den Slambühnen gesehen und werden ein ums andere Mal eingeladen, ihren Senf auf offenen Bühnen dazu zu geben... was sie auch mit großem Spaß ein ums andere Mal tun. Das Fräulein hingegen, hängt bereits als Kind, mit Einzug der "Bundesjugendspiele" in ihr Leben und ausbleibenden Siegerurkunden, Wettkämpfe an den Nagel und reiht sich deshalb hier gerne in die Guten-Tacheles-Lesegruppe mit ein. Denn hier gibt´s meist mehr als 90 Minuten literarischen Hochgenuß.