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>>> F- Promi von Persebeck und St. Pauli <<<

Nina singt, schreibt Geschichten und Songs, hält Vorträge. Mal augenzwinkernd, mal ernsthaft geht sie den 50er Jahren auf die Spur und fragt sich, wieviel vom damaligen Zeitgeist eigentlich noch in uns steckt. Ihr hatte nämlich keiner Bescheid gesagt, dass die Ära längst vorbei ist. Sie ist - ein Leben wie aus Wirtschaftswunderbüchern gewöhnt - in einer italo-katholischen Großfamilie in Dortmund aufgewachsen. Interessiert betrachtet sie traditionelle Familien-, Frauen- und Beziehungsmuster im Vergleich zum Heute. Ihr Herz schlägt für das Ruhrgebiet, Bella Italia und ihre Wahlheimat Hamburg.

Abbildung Fräulein Nina

>>> Fräuleineskes Vergnügen <<<

Altbacken ist sie, mit entscheidenden Abweichungen und Brüchen. Fräulein Nina fühlt sich dem Schönen, dem Fehlerhaften, dem Neuanfang und dem Unperfekten zugeneigt. Dass gut gemeinte Ratschläge selten nützen, davon kann sie mehr als ein Lied singen. Denn "richtig geht anders" lautet ihre Devise. Vorallem wenn Oma wieder fragt, was sie denn im Leben noch so erreichen will und das alles ohne Auto.

>>> Absolute Kleinstkünstlerin <<<

Fräulein Nina liebt die kleinen, intimen Bühnenszenarien, weiß sich aber auch auf großen Parketten zu benehmen. Nicht selten erstrahlt sie dabei im warmen Licht ihrer Wohnzimmerlampe "Gertrude", mit der sie vielzählige unterhaltsame Zugfahrten zu Auftritten verbrachte. Nina entzieht sich dem Reifewahn und der Bezeichnung "alte Jungfer", indem sie sich einfach ein Fräulein nennt und sich entsprechend aufführt. Ihre Botschaften zeugen von einer punkig-poppigen, ebenso brav-bieder angelegten inneren Geographie. Im Publikum fließen darüber manche Tränen: mal vor Freude, mal vor Rührung.


>>> Grenzgängerin der Genres <<<

Eigentlich, so denkt sie, ist sie Malerin. "Aber ich kann einfach nicht gut malen" und so tut sie alles Mögliche, um ihren inneren Bildern Ausdruck zu verleihen. Kunst machen ist für Fräulein Nina eine Überlebensstrategie, "ich kann gar nicht anders." Über verschiedene Formen spielt sie sich frei. Singen hat für sie eine sedative Wirkung. Die Botschaft bestimmt die Darbietungsgestaltung. Sie inszeniert auf der Bühne und in ihren Texten Welten, in denen sie sich für einen Moment lang zu Hause fühlt. Dabei legt sie eine Natürlichkeit an den Tag, die dem Selbstinszenierungzwang der modernen Leistungsgesellschaft eine klare Absage erteilt, da fröstelt´s ihr. Gewärmt von ihrem Sozialisationsmantel, den sie an- und wieder auszieht, behält sie am Ende immer eins von ihm zurück: den guten, alten Stoff. Sie wandelt auf der Schwelle von Altem und Neuem, Bewährtem und Experimentellem, geht bis an die Grenzen, macht kehrt, nimmt Anlauf und springt über den Zaun. Und wenn sie Glück hat, verknackst sie sich dabei nicht den Knöchel.

>>> Lehrjahre<<<

Fräulein Nina wurde 1977 im sensiblen Sternzeichen der Fische geboren. Hat von sich letztens einen ersten, selbstgeschriebenen Songtext wiedergefunden, der auf 1989 datiert war. Studierte Geisteswissenschaften an der Ruhr-Uni in Bochum (1996-2002) und anschließend Kulturmanagement an der Fernuniversität Hagen (2003-2005). Sie ist maßgeblich in ihrem künstlerischen Schaffen durch das intensive Studium beeinflußt und hat sich der phänomenologischen Betrachtung von Gesellschaft und Kultur verschrieben.

>>> erste Bühnenerfahrungen <<<

"Renate Rüttenscheid" war ihre erste, selbstgeschaffene Kunstfigur- mit der sie ab 1999 in Schrebergärten- und Fußballvereinsheimen auftrat. Erhielt dafür eines Tages "Gage", 30 Mark und ein geschmiertes Butterbrot für den Heimweg. Das hat ihr so gut gefallen, dass sie das lieber zu ihrem Beruf machen wollte, als alles Andere. 2003 trat sie dem Dortmunder Kunst Kollektiv bei, einer Ateliergemeinschaft von freien Künstlern aller Sparten. Hier formierte sich dann nach einiger Zeit aus 4 Mitgliedern des Kollektivs 2004 die Band "Fräulein Nina und das Resopal". Im selben Jahr erhielt Fräulein Nina ihr erstes Gesangsengagement im Dortmunder Hafenamt.

>>> kunstvolle Vollzeitkunst <<<

2005 kündigte sie ihre erste und letzte unbefristete Stelle im öffentlichen Dienst. Mit ihrer Band war sie 2006 als WM-Künstlerin der Stadt Dortmund engagiert, seit 2007 ist sie mit dem Ensemble der Revue "Aus Kindern werden Leute, aus Mädchen werden Bräute" immer wieder auf Tour. Außerdem veröffentlichte sie von 2007 bis 2009 monatlich im Straßenmagazin bodo ihre Kolumne "richtig geht anders" und tritt seitdem auch als lesende Autorin auf. 2008 gründete sie zusammen mit 3 Autorenkollegen die Lesegruppe "Guten Tacheles". 2008 bis 2009 moderierte sie im subrosa den Talentschuppen, eine offene Nachwuchsbühne für junge Musikerinnen und Musiker. 2009 wurde "Fräulein Nina wünscht sich was", ein 26-minütiger Dokumentarfilm von Carsten Pütz in Kooperation mit der FH Dortmund, fertig gestellt. Die Dreharbeiten dafür fanden von Herbst 2007 bis Frühjahr 2008 statt.


>>> derzeitige Verortung <<<

Fräulein Nina lebt jetzt in Hamburg, doch findet sie sowohl thematisch in ihren Texten, als auch konkret persönlich immer wieder zurück in die Heimat. Ist hier also viel auf Bühnen des Ruhrgebiets zu sehen oder bei Oma und Mutti am Mittagstisch. Seit ihrem Umzug schreibt sie noch mehr als zuvor. Von daher geht sie seit 2010 auch unter die Verlegerinnen. Ihre, bisher nur auf dem stillen Örtchen ihrer St.Pauli-WG veröffentlichte Klozeitung Rosette, erscheint seit Januar 2010 auch als Online-Magazin. Seit September 2010 tourt sie zusammen mit ihrem Autoren- und Musikerkollegen Murat Kayi mit "Migrantenpop- hier tagt die Parallelwelt!". Hier fließen Texte, Dokufilmmaterial und Recherchen zu ihrer inneren Geographie, ihrer Heimat, der Fremde und dem großen Dazwischen, zusammen. Seit April 2011 tourt sie mit ihrem Nachbarn und Autorenkollegen "Monsignore Spindler" mit der trashigen "St. Pauli-Geschichten"- Show. In 2012 wird ihre Kurzgeschichte "Rock ´n´Roll mit Fräulein Nina" in der Ruhrgebietsanthologie "Schoten 2" im SchreibLust- Verlag veröffentlicht werden. Fortlaufend schreibt sie für die bodo unter dem Titel "zum Haare raufen" monatlich eine gesellschaftskritische Glosse. Im April 2012 feiert Fräulein Nina die Premiere mit ihrem Solokabarett "selbst ist das Fräulein" und veranstaltet ab Sommer 2012 zusammen mit Murat Kayi vereinzelte "Migrantenpop - Kinder- & Jugendwerkstätten. In den sonnigsten Monaten des Jahres residiert sie mehr und mehr in der nördlichen Toskana und bietet hier Bildungs- und Entspannungsseminare zu philophischen Themen an oder kocht tagelang für die jeweilige Reisegruppe. Die Klozeitung Rosette wird im Herbst 2012 um einen Video-Blog, in dem Leute, die auf St. Pauli leben oder arbeiten in der Klokabine von Fräulein Nina ihre Lieblingslieder singen, erweitert."


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